Familienverband
seit 1884
v. Brockhusen  -  v. Brockhausen  -  v. Bruchhausen

GROSS JUSTIN

Groß Justin d

, das große Gut in Justin, hatte einen adeligen Wohnsitz, eine halbe Windmühle und eine Schäferei auf dem Knurrbusch, zwei Bauern, einen Kossäten* in Groß Justin nebst einem Halbbauern und einem Kossäten (s.u.) in Klein Justin d, so nach dem Inventar 1759, das Brüggemann abdruckt. Zu diesem Gut gehörte seit 1694 auch Zoldekow c. Es folgten auf Justin d mit Zubehör Hans (11), Claus (16), die auch dort wohnten, dann Joachim (27), darauf Curt (49), Caspar (77) und Claus (46). Der nächste Besitzer wurde nach Claus' unbeerbten Tode 1632 Anton (74) auf Riebitz a. Von ihm erhielt es wohl sein ältester Sohn Jürgen Daniel (89), und von diesem vielleicht Claus Henning (94), wenn dieser es nicht gleich vom Vater erbte. Dann kam es auf seinen Sohn Zabel (135). Nach dessen Tode und dem Vergleich vom 5.6.1728 kamen beide Güter für 6.600 Gulden an Zabels älteren Sohn, den Leutnant Erdmann Heinrich (174), dessen nachgelassene Kinder Joachim Friedrich (244) und Anton Bogislav (245) sie eine zeitlang ungeteilt besaßen, bis sie nach dem Vergleich vom 7.3.1765 dem Leutnant allein zufielen für 4.633 Taler 8 Groschen. Nach dessen Tode erhielt sie sein einziger Sohn, der Leutnant Gotthilf Joachim Wilhelm (290), der am 28.3.1803 die zu Justin a gehörige halbe Windmühle für 1.075 Taler von Joachim (281) kaufte. Das Gut erbte dann Friedrich (352) und von diesem sein ältester Sohn Gotthilf (403), der es allodifizierte (s.u.).

 

Groß Justin a

hat ein Vorwerk, eine ½ Windmühle, eine Schäferei auf dem Knurrbusch, einen Bauern, einen Halbbauern, einen Büdner und die Schmiede; dazu gehört Zoldekow a. Es ist nachweisbar im Besitz von Anton (26) und darauf von Daniel (45), Anton (74) besaß es dann neben seinen anderen Gütern, und vermutlich wohnte dort Kurt Philipp (95), bis er Korkenhagen übernahm. Der nächste Bewohner war Philipp Joachim (139), der das Gut am 12.3.1740 seinem Sohne Adolf (187) für den Taxwert von 7.000 Gulden übergab. Als dieser ohne männliche Erben starb, fiel Groß Justin a an seinen Bruder, den Oberstleutnant Christoph Caspar Leopold (188), und als dieser ebenfalls unbeerbt starb, verglichen sich seine Lehnsfolger am 29.1.1780 derart, daß es für 4.666 Taler Taxwert an Anton Victor (223) verlost wurde. Dieser setzte in seinem am 18.11.1786 eröffneten Testament seinen Sohn Joachim (281) als Erben ein, der es an Anton Gerhard (232) gegen Zoldekow a vertauschte. Von diesem erbte es sein Neffe Gotthilf Ferdinand (287), der es 1809 für 12.300 Taler an Anton Bogislav (245) verkaufte. Dieser verkaufte es um 1820 an Bohm für 10.800 Taler, und 1877 kaufte es Gotthilf (403) zurück.

 

Groß Justin b

hatte ein Vorwerk, eine Schäferei auf dem Knurrbusch, vier Bauern, darunter den Krüger, einen großen und einen kleinen Kossäten; dazu gehörte Zoldekow d und Klein Justin c. Es waren 643 Morgen, 131 Ruten groß und scheint als selbständiges Gut zuerst von Andreas (34) und Philipp (35) besessen worden zu sein. Dann ging es an Philipps Söhne, Henning (59) und Philipp (61), über, die beide als „auf Groß Justin gesessen“ urkundlich genannt sind. Der nächste Besitzer war Georg (84) auf Riebitz; von ihm erbte es sein Sohn Jost Henning (105), darauf dessen Sohn, der Rittmeister Heinrich (152) und von ihm dessen Sohn, der Leutnant Balthasar Henning (217). Letzterer starb unbeerbt. Nach dem mit seiner Witwe, Margarethe Juliane, geb. von Zastrow, und dem Vormund ihrer Tochter am 21.8.1754 geschlossenen Vergleich gingen Groß Justin a und b für 14.566 Reichstaler auf den Major Levin Ludwig (215) über und von diesem, nach dem Vergleich seiner Kinder und Miterben vom 22.3.1781, an seinen Sohn, dem Major Friedrich August Adolf (278) über. Von diesem, der unbeerbt starb, gingen beide Anteile über an die fünf Söhne seines Bruders Johann Wilhelm Ludwig (272) und nach dem Vergleich vom 19. und 28.2.1797 an den ältesten, den ehemaligen kurkölnischen Leutnant Georg Bernhard Joseph (333). Dieser verkaufte die Anteile an den Kammerherrn Joachim (281) auf Zoldekow 1806. Von diesem kaufte Groß Justin b am 18.9.1806 Gotthilf Joachim (290), der es seinem Sohne Friedrich Wilhelm Ludwig (352) vererbte, dieser hinterließ es seinem Sohne Gotthilf (403), der es allodifizierte.

(s.a. Familiengeschichte v. Brockhusen-Brockhausen-Bruchhausen)


 

Erläuterungen:

als

*Allodifizierung bzw. Allodifikation bezeichnet man die Umwandlung von Lehen in das Eigentum des bisherigen Lehensmannes

*Kossäte ist ein anderer Ausdruck für Kot-sasse, also für einen Menschen, der auf einer Kathe "sitzt". Er ist Eigentümer oder Meier einer Kat(h)e, also Köt(h)ner; auch Kleinbauer, vom Grundherrn angesiedelter Bauer, der ein Haus und etwas Land erhielt und auf dem Hof arbeitete

Justin im Kr. Cammin

Schloss Gross Justin (ca. 1938)"Dokumente zur Geschichte des Kirchspiels Groß-Justin in Pommern”  -  unter diesem Titel hat Prof. Dieter Wallschläger für den Heimatkreis Cammin eine Präsentation zur Geschichte dieses Ortes zusammengestellt.

Präsentation

Erinnerungen

Claus MichaelClaus-Michael v. Brockhusen, ältester Sohn des letzten Besitzers von Gross Justin (auf dem Bild mit Ehefrau Carol) schildert anschaulich seine Kindheit und das Leben auf einem Pommerschen Gutshof vor dem 2. Weltkrieg.

Erinnerungen