Familienverband
seit 1884
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DRAMBURG

Wappen 3dVom 7. bis in das 13. Jahrhundert hinein befand sich am Oberlauf des Flusses Drage, wenige Kilometer nördlich des Lübbesees eine slawische Befestigungsanlage. Nachdem die brandenburgischen Kurfürsten um die Mitte des 13. Jahrhunderts das Gebiet von Polen erworben hatten, beauftragten sie im Rahmen ihrer Besiedelungsbestrebungen 1254 Belbucker Mönche mit der Gründung eines Klosters. Die Pläne scheiterten jedoch, da der vorgesehene Ort zu weit vom Stammkloster entfernt lag und den Mönchen das Land wegen seiner Wildnis als ungeeignet erschien. Die Brandenburger hielten jedoch an ihren Expansionsplänen fest, und da sich in der Nähe der Burg eine Siedlung entwickelt hatte, erhielten die Prenzlauer Ritter Arnold, Konrad und Johann von Golz von den Markgrafen den Auftrag, den Ort zu einer Stadt zu entwickeln. Ihnen gelang es, durch Ansiedlung deutscher Einwanderer die Siedlung so weit voranzutreiben, dass ihr 1297 die brandenburgischen Markgrafen Otto III. und Konrad I. sowie dessen Söhne das Magdeburger Stadtrecht verleihen konnten. Um die Entwicklung der Stadt weiter zu fördern, erließ ihr Markgraf Ludwig von 1338 bis 1350 alle Abgaben. 1350 wurde die Stadt der Adelsfamilie von Wedell als Lehen ?berlassen. Am 13. Februar 1368 war Dramburg Schauplatz des Friedensschlusses zwischen dem brandenburgischen Markgrafen Otto dem Finner und dem polnischen König Kasimir. Inzwischen hielt der Zustrom von Siedlern an, sodass sich am Ende des 14. Jahrhunderts am südlichen Drageufer die Dramburger Neustadt entwickelte. 1400 verkaufte Markgraf Sigismund die Stadt an den Deutschen Orden, der seine Herrschaft jedoch nur bis 1455 ausübte.

Der 1537 konvertierte ehemalige Franziskanermönch Faustinus Schliepe führte im selben Jahr die Reformation in Dramburg ein. Ab 1540 war der Johanniterorden Eigentümer der Stadt und blieb es bis zum Jahre 1808. Ein großer Brand zerstörte 1620 weite Teile der Stadt, nur fünf Häuser blieben unversehrt. Fünf Jahre später fielen zahlreiche Einwohner der Pest zum Opfer. Während des Dreißigjährigen Krieges fiel 1638 der schwedische Oberst Beer mit Plünderungen und Brandschatzungen über die Stadt her. Trotz dieser Katastrophen nahm Dramburgs Wirtschaft keinen größeren Schaden. Die Stadt hatte das Stapelrecht für das Kolberger Salz, das über die Drage transportiert wurde, Wollweber und Schumacher waren die bestimmenden Gewerke ausgangs des Mittelalters.

Als nach dem Ende der Befreiungskriege Preußen seine Territorialverwaltung neu ordnete, wurde Dramburg 1818 zur Kreisstadt des gleichnamigen Kreises im pommerschen Regierungsbezirk Köslin erhoben. Die Pommersche Zentralbahn erreichte 1877 die Stadt, die 1896 auch an das Saatziger Kleinbahnnetz angeschlossen wurde. Dies hatte zur Folge, dass sich mehrere Industriebetriebe des Holz- und Textilgewerbes ansiedelten. Vorteilhaft wirkte sich die Einrichtung der Hauptstation der Pommerschen Saatzucht Gesellschaft aus, die in Dramburg ihre Versuchsfelder betrieb.

Nach dem Ersten Weltkrieg, als viele Einwohner der an Polen gefallenen Provinzen zuzogen, erweiterte sich Dramburg durch neue Wohngebiete im Süden der Stadt. Als 1938 die Provinz Grenzmark aufgelöst wurde, kam Dramburg zum Regierungsbezirk Schneidemühl. Während des Zweiten Weltkrieges betrieb die SS eine große Kradfahrer- und Mechanikerschule. Sowjetische und polnische Truppen eroberten am 4. März 1945 die Stadt, deren Stadtzentrum während der Kämpfe zum großen Teil zerstört wurde. Bereits am 6. März übernahmen die polnischen Behörden die Verwaltung. 1950 erfolgte die Umbenennung in Drawsko Pomorskie, bis 1975 war die Stadt Verwaltungszentrum eines Powiats. Nach der Verwaltungsreform von 1999 erhielt sie diesen Status zurück.

Bauwerke:

St. Marienkirche 1297 erwähnt, dreischiffige, spätgotische Hallenkirche (hier befindet sich auch das Fenster mit dem Wappen der Familie von Brockhausen)

Das alte Salzhaus wurde zum Heimatmuseum umgebaut, seine Bestände wurden 1945 vernichtet. Die Stadt plant, es wieder neu herzurichten und wieder als Museum zu nutzen.