Familienverband
seit 1884
v. Brockhusen  -  v. Brockhausen  -  v. Bruchhausen

Carl Georg Christian Friedrich v. BROCKHAUSEN (310)

Sohn des Sigismund Friedrich Wilhelm v. Brockhausen (1741-1820) und der Gottliebe Christiane Emelie (Amalie) Reichsgräfin von Küssow (1750- 1796)

* am 8.3.1767 in Stargard

† am 12.10.1829 in Berlin

 

Gesandter u. Minister am kgl. Hof

 

Er trat am 16.6.1777 als Kadett in Stolp ein, kam am 29.4.1781 auf die Kadettenanstalt in Berlin, am 1.4.1782 auf die Académie Militaire, letzteres auf Veranlassung des Staatsministers Grafen von Hertzberg, der Carls Anlagen erkannt hatte und ihn, solange er selbst im Dienste war, förderte. Am 15.11.1786 bereits wurde Carl zum Legationsrat ernannt. Während der beiden folgenden Jahre war er zur Ausbildung dem königlichen Gesandten, Grafen von Alvensleben, in Paris zugeteilt. Seine Berichte, die die Zustände in Frankreich als unaufhaltsam der Revolution zudrängend schilderten, erregten in Berlin allgemeines Aufsehen. von 1789 bis 1790 war Carl im Haag tätig und bestrebt, das Gegengewicht Preußens in dem politischen Kampfe, der sich gegen die Maßnahmen Josefs II. auflehnenden Niederlande mit Österreich zu erhalten. Später förderte er Hertzbergs Pläne in Verhandlungen mit dem englischen Minister Pitt. Nach dem Reichenbacher Vertrag, der die bisherigen Träger der preußischen Politik aus ihren Ämtern entfernte, wurde Carl im Februar 1791 zum Geheimen Legationsrat ernannt und als außerordentlicher Minister nach Schweden geschickt. Dort wurde er Zeuge der Ermordung des Königs Gustav II. Am 7.4.1795 wurde er zurückberufen und vier Tage später zum außerordentlichen Gesandten und bevollmächtigten Minister beim Königlichen Hof in Dresden ernannt. Hier wirkte er bis 1806. Auf den Entschluss Sachsens, gemeinsam mit Preußen an Frankreich den Krieg zu erklären, hat er wesentlichen Einfluss gehabt: Dass nach Jena Kurfürst Friedrich August zum Anhänger Napoleons wurde, konnte auch Carl nicht verhindern. Nach dem Tilsiter Frieden wurde er zum Staatsminister und bevollmächtigten Minister am französischen Hofe ernannt, 1810 aber zurückberufen. Von Anfang 1814 bis 1816 wirkte er als Gesandter und bevollmächtigter Minister am Hofe der restituierten Niederlande. Am 20.3.1817 wurde er Mitglied des Staatsrates und in dieser Eigenschaft Vorsitzender der Abteilung für Handelsangelegenheiten, Kultur und Erziehung. 1805 hatte er den Roten Adler-Orden  I. Klasse und 1815 das Eiserne Kreuz erhalten. Er erbte von seinem Vater laut Testament (publiziert 13.5.1820) dessen Güter mit einem Annahmewert von 8.000 Tlr.

(Vgl. Hans-Joachim von Brockhusen: Carl Christian Friedrich von Brockhusen. Ein Preußischer Staatsmann um die Wende des 18. Jahrhunderts. Ein Lebens- und Kulturbild. Dargestellt auf Grund der Gesandtenberichte des Preußischen Geheimen Staatsarchivs. Greifswalder Dissertation, Greifswald 1927,  s.a. Link unten)

∞ Johanne (Jeanette) Charlotte v. UNRUH ∞ v. Brockhusen, v. Brockhausen [(bei ihrem Tode auch Constantia genannt)] (310001)

* 15.11.1775 in Clausdorf

∞ 29.8.1804 in Dresden

To. von Georg Christoph v. Unruh (1739-1808) und der Philippine Wilhelmine Henriette v. Blankenburg (*1769)

† 27.7.1797 in Mittelfelde

Biografie Carl Georg v. Brockhausen

Kinder:

1) Carl Georg Siegmund v. BROCKHAUSEN, Pr. Freiherrenstand, *am 15.5.1798 in Dresden, † am 10.2.1874 in Bonn (364)

Preußischer Freiherrenstand vom 20.4.1842. Er war Kammerherr und Legationsrat, lebte in Genf und Paris, wurde schließlich ansässiger Eigentümer in Lausanne. Er war unheilbar schwermütig.

Quellen:  Burke's Peerage, Baronetage and Knightage

2) Adolf Ludwig Friedrich Heinrich v. BROCKHAUSEN, Pr. Freiherrenstand, *am 10.9.1801 in Dresden, †am 5.10.1858 in Baden-Baden (365)

3) Emilie Constanze Adelaide v. BROCKHAUSEN

∞ v. Dönhoff, *am 1.5.1802 in Dresden, † am 14.8.1833 in Berlin, (u.d. Linden 21) (366) , ∞ am 26.5.1832 Dom Berlin mit Eugen Ferdinand Bogislav Ahasverus v. DÖNHOFF (366001)

Biografie Emilie v. Brockhausen

4) Clementine Dorothea Caroline v. BROCKHAUSEN

∞ Annesley, * am 15.3.1804 in Berlin, † verm. zw. dem 12.9. und dem 12.10.1868, auf einer Reise mit dem Dampfer nach Folkstone (367), ∞ am 21.6.1826 Frierichwerdersche Kirche Berlin mit James ANNESLEY  (*am 29.9.1799, †am 29.9.1859) (367001). Sie war Hofdame in Berlin.