Familienverband
seit 1884
v. Brockhusen  -  v. Brockhausen  -  v. Bruchhausen

FAMILIENTAG 2004 in Caputh

Wappen 3d

Zum 23. Mal trafen sich nach dem 2. Weltkrieg die Mitglieder unserer Familie zu einem Familientag, um ein besonderes Jubiläum zu feiern: das

120-jährige Bestehen des Familienverbands.

Wie schon zum 100. Jubiläum sollte der Veranstaltungsort wieder einmal Berlin oder Umgebung sein. Franz (540) und Bernhard (575) v. Bruchhausen, die dieses Mal für die Organisation verantwortlich waren, hatten nach langem Suchen ein familienfreundliches Quartier in der Gegend gefunden, die einer unser bekanntesten Vorfahren, der Landschaftsmaler und Präsident der Freien Sezession in Berlin, Theo v. Brockhusen so liebte, nämlich ein Hotel direkt am Schwielowsee südlich von Potsdam.

Bereits im März 2003 hatten Franz und Bernhard mir und Jürgen bei unserem Kurzbesuch in Berlin den Ort Caputh gezeigt, dessen Lage uns spontan sehr gut gefiel.

Dieses Mal wollten wir besonders die Jugend dorthin „locken“ mit kostenloser Unterkunft und Teilnahme am Festabend und hatten Erfolg: von den 60 Teilnehmern waren immerhin 17 Kinder und junge Erwachsene!

Einige Vettern und Cousinen waren noch neugieriger auf das idyllische Havelland und haben noch einen Kurzurlaub mit dem Familientag verbunden. Am Donnerstag waren denn auch schon mehr als die Hälfte aller Teilnehmer zum Begrüßungsabend, zu dem uns Franz (noch einmal ein herzliches Dankeschön an dieser Stelle für Deine großzügige Einladung, lieber Franz!) eingeladen hatte, erschienen. Das rustikale Büffet mit lokalen Spezialitäten war so gut, dass es bald verzehrt war und der Abend verging mit gegenseitigem „Wieder“-Kennenlernen wie im Fluge. Brigitte zeigte zum Abschluss noch den gemeinsam gedrehten Film von ihr und Bernhard vom letzten Familientag in Dettenschwang.

Am Freitag hatte man die Wahl zwischen der Besichtigung der Filmstudios in Babelsberg oder einem Spaziergang durch Potsdam. Die Familien, die die Filmstudios wählten, hatten einen langen Tag vor sich: sie kehrten erst gegen 18 Uhr wieder ins Hotel zurück. Es gab viel Spannendes für die Kinder zu erleben, aber es gab auch lange Warteschlangen!

Wir anderen fuhren nach Potsdam, das einige noch nicht kannten. Leider konnten wir uns das Rokokoschloss Sanssouci nicht von innen ansehen, weil alle Führungen ausgebucht waren; so schlenderten wir dann an den Gräbern von Friedrich dem Großen und seinen Hunden vorbei durch den Park in die Innenstadt in Richtung des Holländischen Viertels, das sehr schön restauriert worden ist und eine Menge hübscher kleiner Geschäfte und Cafes beherbergt. Zum Ausruhen fanden wir dann auch ein urgemütliches Elsässer Lokal mit Elsässer Wein und natürlich Flammkuchen.

Wenn auch keine sommerlichen Temperaturen an diesem Wochenende herrschten, so war es wenigstens für die Kinder doch nicht zu kalt, um draußen gemeinsam herumzutoben, es ist glücklicherweise auch keiner in den See gefallen – vielleicht gerade, weil das Wasser noch so kalt war?!

Noch mehr Familienmitglieder waren eingetroffen und wir saßen alle wieder zusammen in unserem Hotelrestaurant mit dem wunderschönen Blick auf den Schwielowsee. Wir hatten an diesem Wochenende einen Konferenzraum für uns allein zur Verfügung, in dem uns Brigitte und Bernhard nach dem Essen noch den Film vom letzten Familientag am Ammersee zeigten. Außerdem hatte ich eine ausführliche Ahnentafel in diesem Raum aufgehängt, auf der sich jeder Teilnehmer wieder finden konnte. Sie ist das erste Ergebnis der Abschrift der beiden Familiengeschichten in ein Genealogieprogramm, das Anne (594) v. Brockhausen noch pünktlich zum Familientag fertig gestellt hatte.

Der Samstag war sicherlich der längste und anstrengendste Tag für alle, die dabei waren, gewesen:

Abgeholt wurden wir von einem eigens für uns gecharterten Boot an der privaten Anlegenstelle unseres Hotels. Nach kurzer Fahrt über den Schwielowsee erreichten wir Baumgartenbrück, ein kleiner Ort mit einem hübschen Ausflugslokal direkt am See, von dessen Lage der damals sehr bekannte Maler Theo v. Brockhusen so begeistert war, dass er dort mehrere Sommer verbrachte und sich von der idyllischen Landschaft inspirieren ließ.

Der Leiter der dortigen kleinen Heimatstube hieß uns herzlich willkommen und zeigte uns voller Stolz, was er an Erinnerungsstücken an bekannte Persönlichkeiten, die Baumgartenbrück für lange Zeit verbunden waren, zusammengetragen hatte und wußte auch viel Persönliches über Theo v. Brockhusen zu berichten. Sogar ein Reporter des Märkischen Boten war zugegen, so oft kommt eben doch nicht eine so große Gruppe wie unsere Familientagsgesellschaft nach Baumgartenbrück!

Von dort ging es mit dem Schiff weiter zur ehemaligen Vulkanwerft in Werder, wo uns bereits Gisela v. Bruchhausen (540001) zu Sekt und einem kleinen Imbiß in ihrem Atelier erwartete.

Die Kinder freuten sich natürlich zuallererst über die Stärkung und wir Erwachsenen über das Wiedersehen mit Gisela, die uns einmal ausführlich Ihre Stahlplastiken zeigen konnte und uns ihrer ausgefallenen Kunst ein gutes Stück näher brachte. Schade, dass wir nur so wenig Zeit hatten.

An dieser Stelle möchten wir Dir noch einmal ganz herzlich danken für den interessanten und gastfreundlichen Vormittag bei Dir, liebe Gisela!

Vor ihrem Atelier wartete bereits unser Bus für die Stadtrundfahrt, der uns über Potsdam, Wannsee, Grunewald ins Zentrum Berlins und wieder zurück nach Caputh bringen sollte. In Potsdam stieg unsere private Fremdenführerin zu. An diesem Tag war Durchhaltevermögen gefragt, denn wir kehrten erst gegen 17.30 Uhr wieder zurück zu unserem Hotel. Dafür bekamen wir aber so viele Sehenswürdigkeiten und Informationen geboten, wie man sie nur selten bei einer Stadtrundfahrt hat.

Natürlich waren wir an diesem Wochenende nicht allein in Berlin: als wir am Brandenburger Tor alle ausstiegen, um uns endlich einmal die Füße zu vertreten, verloren wir uns doch recht schnell im “Jewühl” !

Abschluss dieser denkwürdigen Stadtrundfahrt war dann ein Besuch des Friedhofs Nikolassee, auf dem unser Vorfahre, der Maler Theo v. Brockhusen ein Ehrengrab hat. Ein idyllischer Ort am Rande Berlins, wie es wohl auch andere Berliner empfinden, denn gerade als wir ankamen, verließ ein Brautpaar mit der ganzen Hochzeitsgesellschaft die kleine Kirche, die dazu gehört.

Erschöpft und ziemlich hungrig kamen wir wieder in Caputh an, wo inzwischen auch noch die letzten Teilnehmer des Familientages eingetroffen waren.

Gegen 19 Uhr ging es dann mit dem Bus wieder gemeinsam zum Festlichen Abend in die Schlossremise Petzow. Ein Glas Sekt stimmte uns auf einen langen und unterhaltsamen Abend ein. Die Vorsitzende erinnerte  dabei an die besonderen Verdienste derjenigen Vorfahren, die unseren Familienverband vor 120 Jahren gegründet hatten und sich seitdem  um seinen Zusammenhalt verdient gemacht hatten; ein Werk, das es gilt, zu bewahren und in der Zukunft immer wieder mit Leben zu erfüllen und auf das wir sicherlich mit Stolz zurückblicken können.

Die traditionelle und ehrenvolle Aufgabe, die Damenrede zu halten, erfüllte dieses Jahr Thilo (596) v. Brockhausen und erhielt für seinen ausgesprochen humorvollen Vortrag viel Applaus!

Ein weiterer Höhepunkt des Abends waren die fünf Terzenbrecher, die in der Art der Comedian Harmonists aber mit viel mehr komödiantischem Talent die Zuschauer begeisterten. Sie trugen einen Evergreen nach dem anderen vor und mussten mehrere Zugaben geben. Mitgegründet hat diese fantastische Gruppe, die schon viele erfolgreiche Auftritte in Berlin hatte, unser Vetter Bernhard (575) v. Bruchhausen, der natürlich an diesem Abend auch kräftig mitsang.

Es schlummern doch einige Talente in unserer Großfamilie, die wir ohne unsere Familientage vielleicht nie kennen gelernt hätten!

Getanzt wurde noch bis weit nach Mitternacht und alle nutzten die Gelegenheit zu intensiven Gesprächen.

Den Sonntagmorgen füllte  die Familientagsversammlung aus. Im Vordergrund stand natürlich die Diskussion über die neue Satzung, die einstimmig angenommen worden war. Wichtigster Punkt, der noch zusätzlich aufgenommen wurde: Töchter und ihre Kinder sind als außerordentliche Mitglieder Teil der Mitgliederversammlung.

Die teilweise sehr emotionsreiche Aussprache zu verschiedenen Themen endete mit dem einstimmigen Beschluss zu Franzens Vorschlag, den nächsten Familientag als gemeinsame Busreise nach Hinterpommern auf den Spuren unserer Vorfahren zu machen. Jürgen und Marion aus Ludwigshafen erklärten sich freiwillig bereit, diese Fahrt zu organisieren.

Wir trennten uns alle einmal mehr in dem Bewusstsein, eine familiäre Gemeinschaft zu sein, die durch gegenseitige Sympathien und viele gemeinsame Aktivitäten fest miteinander verbunden ist.

Zum Schluss noch ein ganz großes Dankeschön an dieser Stelle an alle, die zum Gelingen dieser schönen Veranstaltung beigetragen haben, allen voran natürlich an Franz und Bernhard v. Bruchhausen !!!